LeNa Projekt – Basel

Inspirationssuche in Basel

Manchmal muss man raus, um voranzukommen. Genau das war die Idee hinter unserem Tagesausflug nach Basel Mitte März – ein langer, vollgepackter Tag, der uns mit frischen Augen und konkreten Erkenntnissen für das Projekt Habitat-Grenzbach zurückbrachte.

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Früh los, viel vor

Bereits kurz vor sieben Uhr morgens starteten wir die Reise. Das Programm war ambitioniert: zwei Führungen durch gelebte Wohnprojekte und ein Besuch im Schweizerischen Architekturmuseum – ein Tag, der uns durch unterschiedlichste Facetten des gemeinschaftlichen Wohnens führte.

Wohnprojekt Stadterle – wo Gemeinschaft wirklich gelebt wird

Der erste Stop war das Wohnprojekt Stadterle (Zimmerfrei Basel) – und es war gleich der eindrücklichste des Tages. Was uns dort empfing, war keine Musteranlage, sondern ein echter, lebendiger Ort. Seit neun Jahren wohnen hier Menschen zusammen, mit nahezu keiner Fluktuation. Das ist kein Zufall – das ist das Ergebnis durchdachter Architektur und eines starken Gemeinschaftskonzepts.

Besonders inspirierend war die konsequente Idee hinter der Raumgestaltung: Laubengänge als Erschließung schaffen täglich Begegnungen, fast beiläufig. Die Gemeinschaftsräume und Begegnungsflächen sind kein Anhängsel, sondern Herzstück des Hauses. Und ein Ansatz, der uns besonders angesprochen hat: die bewusste Minimierung beheizter Flächen als architektonische Zielgröße – eine Haltung, die ökologisches Denken direkt in den Grundriss übersetzt.

Das Gefühl beim Rundgang war spürbar: Hier ist etwas gelungen. Für Habitat-Grenzbach nehmen wir viel mit – sowohl konzeptionell als auch als Beweis, dass dieser Weg funktioniert.

Wohnprojekt LeNa – lehrreich auch durch seine Grenzen

Am Nachmittag besuchten wir das Wohnprojekt LeNa, ein interessantes Modell einer jungen Genossenschaftsgründung, die sich als Generalmieter in eine größere Struktur eingefunden hat – mit viel Gestaltungsfreiheit, großzügigen Gemeinschaftsräumen und einer gemeinsamen Gastronomie. Ein mutiges, spannendes Konstrukt.

Gleichzeitig wurde hier deutlich, was nicht funktioniert – und das ist mindestens genauso wertvoll. Die Erschließung über innenliegende Treppenhäuser und Flure ist gemeinschaftlich deutlich weniger wirksam als ein Laubengang. Begegnungen entstehen nicht von selbst. Hinzu kommt ein Thema, das jede Planung früh mitdenken muss: Brandschutzanforderungen können selbst die ambitioniertesten Erschließungskonzepte durchkreuzen. Und das Projekt wirkte insgesamt etwas weniger offen ins Quartier – ein Aspekt, der uns für Habitat-Grenzbach wichtig ist: Wir wollen kein exklusiver Ort sein, sondern Teil des Nachbarschaftslebens.

Das Architekturmuseum SAM – auf den Schultern von Pionieren

Zwischen den beiden Führungen tauchten wir im Schweizerischen Architekturmuseum in die Geschichte des gemeinschaftlichen und nicht-profitorientierten Bauens ein. Was uns dort begegnet ist: Diese Ideen sind nicht neu. Es wird seit Jahrzehnten – teils seit über einem Jahrhundert – in diesen Bahnen gedacht, experimentiert und gebaut. Das ist keine Relativierung unserer Arbeit, sondern das Gegenteil: Wir stehen auf den Schultern von Pionieren, bauen auf einer reichen Tradition auf und haben die Chance, das weiterzuentwickeln.

Was wir mitnehmen

Basel hat uns bestätigt, herausgefordert und inspiriert. Laubengänge statt Treppenhäuser. Gemeinschaft als Planungsgröße, nicht als Nachgedanke. Offenheit ins Quartier. Und der Mut, an etwas zu glauben, das schon viele vor uns versucht – und geschafft – haben.

Habitat-Grenzbach wächst weiter. Mit jedem solchen Tag ein Stück mehr.